Kooperative Grenzschließung: Die Transnationalisierung sozialer Bewegungen gegen Einwanderung (MAM)

www.prio.org/Projects

Ein zentrales Paradox besteht darin, dass soziale Bewegungen, deren Kernanliegen die Begrenzung der Bewegungsfreiheit ist und die sich für Isolationismus, Nationalismus und kulturellen Traditionalismus einsetzen, selbst transnational vernetzt kooperieren, etwa durch grenzüberschreitende Kampagnen und internationale Veranstaltungen. Die transnationale Dimension dieser Mobilisierung gegen Einwanderung (Mobilisation against Migration – MAM) steht in diesem Forschungsprojekt im Fokus, insbesondere in den Bereichen der (1) Interaktionen (2) Ideologien und (3) der politischen Erfolge bei der Gestaltung von Migrationspolitik. Das Projekt stützt sich auf fünf nationale Fallstudien (Deutschland, Großbritannien, Italien, Norwegen und Polen). Die britische Fallstudie ist an der University of Sussex angesiedelt. Beteiligte Forscher*innen: Dr Aleksandra Lewicki (Leitung, PI), Maddison Clark (Assistenz, RA).

Siehe hierzu auch:

‘Building a New Nation: Anti-Muslim Racism in Post-Unification Germany’

  Journal of Contemporary European Studies, 28 (1) 30 – 43, 2020 (mit Yasemin Shooman)

‘Shrinking Spaces für die Zivilgesellschaft. Aktivismus unter illiberalen Vorzeichen‘

Forschungsjournal Soziale Bewegungen 33 (3) 2020 (mit Piotr Kocyba)

Diskriminierung und Rassismus im Gesundheitssektor

 DeZIM Institut

Umgang mit kultureller, sozio-ökonomischer und religiöser Diversität“
Gutachten für die Stiftung Mercator (in Zusammenarbeit mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und ProDiversity)

„Diskriminierungsrisiken und Diskriminierungsschutz im Gesundheitswesen“
Expertise für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Migrations- und Integrationsforschung, DeZIM).

Wie die Coronakrise verdeutlicht, manifestieren sich strukturelle Benachteiligungen auch in der gesundheitlichen Versorgung. Ein gutes Gesundheitssystem könnte strukturelle Ungleichheiten partiell abfedern. Jedoch sind für Menschen mit Migrationsgeschichte (bei denen sich, u.a. ethnische und religiöse Zugehörigkeit überschneiden kann) direkte und indirekte Diskriminierungen bei der gesundheitlichen Versorgung nachgewiesen. Die Forschungslandschaft in diesem Bereich ist überschaubar, jedoch gibt es punktuelle quantitative und qualitative Forschungsergebnisse in drei Handlungskomplexen: (1) beim Zugang zu Pflegeleistungen und der Nutzung von Notfallambulanzen, (2) im Bereich der Kommunikation und Interaktionen sowie (3) in den Alltagsroutinen und -abläufen.

Ansätze des Wandels sind vorwiegend reaktiv statt präventiv, und beinhalten häufiger Prozesse der interkulturellen Öffnung, als Maßnahmen des Diskriminierungsschutzes. Es gibt wegweisende Modellprojekte zur Sprachmittlung in Krankenhäusern, zum Abbau von Zugangs- und Kommunikationsbarrieren in der Pflege, zur Weiterbildung von Fachkräften, sowie bei der Auswertung von Einrichtungsdaten.

Siehe dazu auch:

Corona trifft Minderheiten besonders hart, Interview mit dem Mediendienst Integration

Gibt es Rassismus in deutschen Arztpraxen? Artikel von Lina Verschwele, Süddeutsche Zeitung

 Was ist struktureller Rassismus? zusammengestellt von Donata Hasselmann, Mediendienst Integration

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Pflegeethik und die Produktion rassialisierter und moralischer ‚Anderer‘ in öffentlichen Einrichtungen

www.bgsmcs.fu-berlin.de/en/people/

Dieses Projekt widmete sich Mechanismen der institutionellen Diskriminierung im deutschen Wohlfahrtsstaat. Der Fokus lag hierbei auf den beiden größten Anbietern wohlfahrtsstaatlicher Leistungen, der Caritas und Diakonie, sowie ihren Pflegeinrichtungen für Senioren. Beide Verbände verteidigen ihr umstrittenes Recht, vornehmlich Christen einzustellen, vor allem in Führungspositionen – gleichzeitig beschreiben sie sich als Dienstleister*innen die „offen für alle“ sind. Dieses Paradox inspirierte diese Studie; insbesondere hat mich interessiert, wie wohlfahrtsstaatliche Einrichtungen dieses Bekenntnis zur Gleichbehandlung, und die darin kodierten Ausnahmen in tägliches institutionelles Handeln übersetzen. Welche institutionelle Kultur ergibt sich aus dem Prinzip der Gleichbehandlung, und der gleichzeitigen Notwendigkeit, Ausnahmeregelungen in alltägliche Entscheidungen, Routinen und Normen umzusetzen?

Siehe hierzu auch:

‚Gleichbehandlung in der Pflege? Institutionelle Diskriminierung und Reformbedarf’

in Dibelius, Olivia and Piechotta-Henze, Gudrun, Hrsg. (2020), Menschenrechtsbasierte Pflege: Plädoyer für die Achtung und Anwendung von Menschenrechten in der Pflege, 215-226, Hogrefe Verlag

‘Christliche Wohlfahrtsverbände: Vielfalt und Diskriminierung in der Seniorenpflege’

Expertise 2017 für den Mediendienst Integration

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Enhancing spaces of participation

www.productivemargins.ac.uk

Gemeinsam mit Therese O’Toole habe ich ein partizipatives Forschungsprojekt zu glokalen Kämpfen Muslimischer Aktivistinnen durchgeführt, das sich insbesondere mit Ausschlussmechanismen in politischen Entscheidungsfindungsprozessen in Großbritannien befasst hat. Kollaborativen Ansätzen zur Prävention von politischem Extremismus kam dabei ein besonderes Augenmerk zu, da diese in Großbritannien Muslimische Frauen insbesondere in den Fokus nehmen.

Siehe hierzu auch:

‘Acts and Practices of Citizenship: Muslim Women’s Activism in the UK’

Ethnic and Racial Studies, 40 (1): 152 – 171, 2017 (mit Therese O’Toole) 

‘Enhancing Spaces for Muslim Women’s Engagement’

Bristol: Policy Bristol, University of Bristol. 2015 (mit Nura Aabe, Therese O’Toole et al.) www.bris.ac.uk/media-library

‘Building the Bridge: Muslim Community Engagement in Bristol’

Research Report, Bristol: University of Bristol. 2014 (mit Therese O’Toole und Tariq Modood)
www.publicspirit.org.uk

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Possibilities and Realities of Return Migration (PREMIG)

www.prio.org/Projects

Rückkehrmigration hat verschiedene Gesichter – für einige Migranten ist es ein Traum, den sie realisieren wollen, andere leben in ständiger Angst gegen ihren Willen deportiert zu werden. PREMIG basiert auf einem breiten Ansatz um diese verschiedenen Facetten von Rückkehrmigrationen zu untersuchen. Im Rahmen dieses größeren Forschungsprojekts erhob und analysierte ich eigenständig den Datensatz zu Polnischer EU Migration nach Großbritannien. Marta Bivand Erdal und ich verfassten auf dieser Grundlage eine vergleichende Analyse der Bürgerschaftspraktiken polnischer Einwanderer in Großbritannien und Norwegen, und gaben ein Sonderheft der internationalen Fachzeitschrift Social Identities heraus.

Siehe dazu auch:

‘Polish Migration to Europe: Mobility, Transnationalism and Settlement’

Special Issue Social Identities, 22 (1). 2016 (mit Marta Bivand Erdal)

‘Moving Citizens: Citizenship Practices among Polish Migrants in the UK and Norway’

Social Identities, 22 (1): 112 – 128. 2016 (mit Marta Bivand Erdal)

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Bürgerschaft und Soziale Gerechtigkeit in der Einwanderungsgesellschaft

dbms.ilrt.bris.ac.uk/spais/people

Meine Doktorarbeit ist eine vergleichende Studie von Politiken der Gleichbehandlung und Konsultationsmechanismen mit Vertretern muslimischer Organisationen in Deutschland und Großbritannien. Meine Untersuchung zeigte auf welche strukturelle Ungleichheiten und Asymmetrien in unserem gegenwärtigen Verständnis von Bürgerschaft und Integration in der Einwanderungsgesellschaft verankert sind.

Siehe dazu auch:

‚Race, Religion and Social Justice’

in Craig Gary Hrsg. (2018)., Global Handbook of Social Justice, Cheltenham: Edward Elgar

‘The blind spots of liberal citizenship and integration policy’

Patterns of Prejudice, 51 (5) 2017.

‘Soziale Gerechtigkeit in demokratischen Bürgerschaftsdiskursen und Integrationskonzepten: Welche Konzepte von Citizenship sind gegenwärtig politikleitend?‘

in Yasemin Shooman and Dietmar Molthagen (Hrsg.) (2015), Konzepte von Citizenship und Teilhabe im europäischen Vergleich, Dokumentation der Fachtagung, 7. – 8. April, Berlin: Akademie des Jüdischen Museums und Friedrich Ebert Stiftung, www.jmberlin.de.

‘Social Justice through Citizenship? The Politics of Muslim Integration in Germany and Great Britain’,

(2014) Monographie, Palgrave Macmillan